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Im Gedenken an alle Opfer des Nationalsozialismus.

Foto: Auschwitz I (Stammlager)
Fotoquelle: (c) C.Puisney
Gegen Nazis und Rassist_innen im Kreis WAF!

Foto: Auschwitz I (Stammlager)
Fotoquelle: (c) C.Puisney
Am kommenden Freitag, 27. Januar, jährt sich die Befreiung des nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz. In Beelen soll es deshalb eine von lokalen Gruppen organisierte Gedenkveranstaltung geben.
Vor 67 Jahren befreiten Soldaten der Roten Armee die wenigen tausend Überlebenden des größten Vernichtungslagers des Nazi-Regimes. Bis zu 1,5 Millionen Menschen wurden hier in nicht einmal 4 Jahren aus allen Teilen Europas massenhaft herantransportiert, um sie systematisch und mitleidlos ihrer Menschenwürde zu berauben und in einer industriellen, mit dem Willen zur Perfektion organisierten Rund-um-die-Uhr-Mordmaschinerie zu vernichten. Die über eine Million ermordeten Jüdinnen und Juden bildeten dabei mit weitem Abstand die größte Gruppe unter den Opfern von Auschwitz.
Der Name „Auschwitz“ ist weltweit Symbol für die menschenverachtende Vernichtungspolitik des Nationalsozialismus – insbesondere auch für die versuchte Totalvernichtung aller Jüdinnen und Juden, die häufig als „Holocaust“ oder „Shoah“ bezeichnet wird.
Zum Jahrestag der Befreiung laden die drei Beelener Gruppierungen Aktiv gegen Rassismus (AGR), die Männersodalität Beelen und die Junge Gemeinschaft Beelen (Familienkreise) erstmals Bürger_innen aller Altersgruppen zu einer Gedenkveranstaltung ein.
Das Gedenken findet bei jedem Wetter um 19 Uhr auf dem zentral und bahnhofsnah gelegenen Villers-Ecalles-Platz in Beelen statt – bei den „Stolpersteinen“ für die durch NS-Deutschland ermordeten Beelener Jüdinnen und Juden.
Foto: Eingangstor zum KZ Auschwitz I (Stammlager)
More:
Website des „Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau“ (englisch / polnisch)
Presse:
Die Glocke: „Opfern der NS-Zeit wird gedacht“ (20.01.12)
Was bedeutet der Spruch „Arbeit macht frei“ am Lagertor?
(mehr…)
Gerade erst hatte sie sich in Bielefeld unsterblich blamiert (wir berichteten) – nun plant die regionale Naziszene einen Aufmarsch in Münster.
Am Samstag, den 3. März will man – „für Führer, Volk und Vaterland“ – durch die Straßen der westfälischen Universitätsstadt ziehen. Auch Neonazis aus dem Kreis Warendorf wollen sich nach eigenen Angaben an diesem braunen Spektakel beteiligen.

Eisenwolle. Wasser.
In schwierigen Fällen Lackstifte. Vielleicht noch eine Sprühflasche. Oder einen Spatel.
Plus ein wenig Zeit und Engagement.
Mehr braucht es in der Regel nicht, um der zunehmenden Nazipropaganda im Kreis effektiv zu Leibe zu rücken. Das hat eine kleine Gruppe von vier engagierten Bürger_innen aktuell in Telgte gezeigt – wie die Ahlener Zeitung berichtete.
Die Ereignisse rund um einen rechten Mini-Aufmarsch am 24. Dezember in Bielefeld und die massiven demokratischen Gegenproteste (wir berichteten) haben ein Nachspiel.
Das antifaschistische Bündnis „Bielefeld stellt sich quer“ kritisiert in einer Presseerklärung das Vorgehen der Polizei rund um das Demonstrationsgeschehen vor einigen Tagen.
Unter anderem wirft das Bündnis drei der beteiligten Neonazis – darunter dem Anmelder und Versammlungsleiter des NS-Aufzugs – vor, mit Gewalt gegen einen Beobachter des Naziaufmarsches vorgegangen zu sein. Zu den Angreifern zähle auch Daniel Bake aus Ahlen, der erkennbar als Ordner fungiert habe. Der Angriff sei durch Videoaufnahmen des WDR sowie durch eine Fotoserie dokumentiert.
Das hatten sie sich sicherlich so nicht erträumt, die bekennenden Nazis im Münsterland und in Ostwestfalen.
In Bielefeld blamierte sich am 24. Dezember ein Häufchen von 68 Neonazis mit einem Ein-Kilometer-Märschchen gegen das dort angesiedelte alternative Jugendzentrum AJZ. Beteiligt waren auch Neonazis aus dem Kreis Warendorf. Ihnen entgegen standen mindestens 6.500 Gegendemonstrant_innen, die die menschenverachtenden Parolen der Nazis nicht unwidersprochen lassen wollten.
Darüber hinaus hagelte es in Telgte noch eine Strafanzeige gegen neonazistische Plakatierer_innen …

Buuh! Nazis erschrecken!!!
Nazis erschrecken. Nazis verbreiten Gewalt, Mord und Totschlag. Ihre menschenverachtende Ideologie fußt von A bis Z auf Diskriminierung und Ausgrenzung – bis hin zum Wunsch nach Vernichtung aller, die nicht in ihr Weltbild passen. Menschenrechte, Individualismus, Liberalismus, Sozialismus und Demokratie sind daher Nazis größte Feinde.
Insane in the brain!
Auch im Kreis Warendorf kommt es zu rechten Gewalttaten und Propagandaaktionen. Das wir so was nicht kommentarlos zulassen ist doch Ehrensache.
Krachender SkaMetalPunk gegen Rechts – Jetzt gibt’s was auf die Ohren!
Und dieses mal hatten wir ganz viel Hilfe: Sage und schreibe 39 Bands haben für diesen Doppelsampler Songs gegen Nazis und für eine bessere Welt kostenlos zur Verfügung gestellt. Auch unser Mensch fürs Layout hat (wieder mal) ganz ganz Großartiges geleistet. Dafür allen Beteiligten ein allerherzlichstes und riesiges
Dankeschöööööööööööööööööööööön!!
Weil Menschen wichtig sind und nicht Nationen geht es musikalisch auf der Compilation sehr international zu: Die Tracks stammen aus Estland, Italien, Frankreich, USA, Portugal, Deutschland, Dänemark, Großbritannien, Österreich, Griechenland und Spanien!
Guter Stoff!!
Im CD-Booklet findet sich ein Reader zum Thema: Wir beleuchten die Naziaktivitäten und -strukturen im Kreis und zeigen exemplarisch auf, wo man sich lokal wie überregional kritisch informieren, organisieren und beraten lassen kann.
Den Reader gibt’s übrigens auch online, z. B. hier auf unserer Homepage.
Von Nazis nicht erschrecken lassen!
Ihr wollt das Teil haben?
Dann los und hier bestellen!
ALERTA ALERTA ANTIFASCISTA!!!
Während Sendenhorst derzeit noch um seine „Karl-Wagenfeld-“ und seine „Carl-Diem-Straße“ diskutiert (wir berichteten), macht man in Ostbevern derweil Nägel mit Köpfen: Der nach dem überzeugten Rassisten und „Heimat“dichter benannte „Karl-Wagenfeld-Weg“ soll zukünftig „Bernhard-Thüssing-Weg“ heißen – so ein Artikel der Ahlener Zeitung.
Wir meinen: Das ist gut so!
Wer war Karl Wagenfeld?
Der 1869 in Lüdinghausen geborene und 1939 in Münster verstorbene Wagenfeld wuchs in Drensteinfurt auf. Der gelernte Volksschullehrer war Mitbegründer des „Westfälischen Heimatbundes“ im Jahr 1915, später auch Geschäftsführer sowie Vorsitzender des Vereins. Heute ist der „Westfälische Heimatbund“ mit Sitz in Münster der Dachverband der ca. 530 lokalen Heimatvereine und der ca. 650 ehrenamtlichen Ortsheimatpfleger in Westfalen und hat – laut seiner Homepage – ca. 130.000 Mitglieder.
Wagenfeld war darüber hinaus als Dichter zahlreicher Werke in plattdeutscher Sprache tätig und gilt als westfälischer „Heimat-“ und Brauchtumsforscher.
Karl Wagenfeld war überzeugt von einer angeblichen Existenz von „höher-“ und „minderwertigen Rassen“ und begrüßte die Machtübernahme der Nationalsozialist_innen als Erfüllung der Ziele der westfälischen Heimatbewegung.
Das „Lexikon Westfälischer Autorinnen und Autoren“ zitiert abschließend Rainer Schepper zum Menschen- und Weltbild von Karl Wagenfeld:
„Neger, Kaffern und Hottentotten sind Halbtiere, Fremdrassige sind Volksverderber und Schädlinge, Menschen in ‚Krüppel- und Idiotenanstalten‘, in Fürsorgeheimen und Strafanstalten sind körperlich und geistige Minderwertige.
Es ist jenes Menschenbild, das der Nationalsozialismus zur Errichtung seiner Ideologie vom Herrenmenschen und Untermenschen, zum Erlaß der Nürnberger Gesetze vom 16. September 1935, zur Euthanasie geistig und psychisch kranker Menschen, zum Kampf gegen alles ‚Artfremde‘, zum Krieg gegen ‚Frankreichs Haß‘ und ‚Polens Gier‘ benötigte und benutzte.“
Karl Wagenfeld zu Ehren und Gedenken sind zahlreiche Straßen, Wege und Plätze überall in Westfalen nach ihm benannt worden. In diversen Städten tragen sogar Schulen seinen Namen – unter anderem in Oelde und Münster.
Hintergrund und Quellen:
Westfälische Nachrichten: „Umstritten. Kein ehrenwerter Mann – Karl Wagenfeld auf zahlreichen Straßennamen“ (18.02.11)
Westfälischer Anzeiger: „Streit um Straßennahmen: Warnung vor `fragwürdigen Ehrungen´“ (12.07.11)
Ahlener Zeitung: „Thüssing statt Wagenfeld: Weg wird umbenannt“ (09.12.11)
Wikipedia: Karl Wagenfeld
Lexikon Westfälischer Autorinnen und Autoren 1750-1950: Karl Wagenfeld
Stefan Werding: „Zu viel Ehre für Karl Wagenfeld?“ aus: Westfalenspiegel Heft 1/2011 (PDF, 2 Seiten)
Am Mittwoch, den 07. Dezember werden in Oelde mehrere „Stolpersteine“ verlegt.
Um 11.30 h geht es in der Lindenstrasse 23 los.
Weitere „Stolpersteine“ sollen im Anschluss in der Ruggestraße 2 und in der Wallstrasse 18 in den Bürgersteig eingelassen werden.
Was sind „Stolpersteine“?
Der Kölner Bildhauer Gunter Demnig erinnert an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort kleine Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir einlässt (Foto). Inzwischen liegen solche „Stolpersteine“ in über 650 Orten Deutschlands (Stand Mitte 2011) und in mehreren Ländern Europas.
„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, sagt Gunter Demnig. Mit den Steinen vor den Häusern wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten.
Auf den Steinen steht geschrieben: HIER WOHNTE… Ein Stein. Ein Name. Ein Mensch.
Demnig will mit diesem Dauerkunstprojekt (2012 geht es in sein 20. Jahr) den NS-Opfern, die in den Konzentrations- und Vernichtungslagern zu Nummern degradiert wurden, ihre Namen zurückzugeben.
Das Bücken, um die Texte auf den Stolpersteinen zu lesen, soll auch eine symbolische Verbeugung vor den Opfern sein.
Zudem soll die Markierung der letzten selbstgewählten Wohnorte – die häufig mitten in dichtbesiedelten Gebieten liegen – die von manchen Zeitzeuginnen und Zeitzeugen vorgebrachte Schutzbehauptung, dass man von den Deportationen nichts mitbekommen habe, in Frage stellen.
Mehr zu den „Stolpersteine“ auf der offiziellen Homepage des Projekts und bei Wikipedia.
Archiv: Netzwerk-Bericht zur „Stolperstein“verlegung in Beelen am 06. März 2010
Ergänzt:
Die Glocke: „53 Stolpersteine zur Erinnerung“ (07.12.11)
Die Glocke: „Rosen erinnern an ehemalige Mitbürger“ (11.12.11)
Am Dienstag, den 29. November 2011 fand anläßlich einer Vortragsveranstaltung der lokalen CDU-Mittelstandsvereinigung (MIT) mit Thilo Sarrazin in der Ahlener Stadthalle eine Protestkundgebung vor dem Veranstaltungsort statt.
Im Folgenden dokumentieren wir den Redebeitrag des Antifaschistischen Netzwerks für den Gegenprotest.
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Sarrazin hat rechts! – Solche Leute verteilen Benzinkanister
20 Jahre ist es her – da brannte es überall in Deutschland: In Rostock-Lichtenhagen, in Solingen, Saarlouis, Hoyerswerda, in Mölln, Mannheim und anderen Städten.
Schon damals gab es sie in Politik, Medien und Bevölkerung: Die, die von „Asylantenfluten“, „Asylantenschwemme“, „Scheinasylanten“ sprachen oder „Das Boot ist voll!“ titelten. Die, die Benzinkanister verteilten.
Gemeinsam gelang es ihnen, das Asylrecht bis zur Unkenntlichkeit auszuhöhlen. Eine Begründung dafür war: Man wolle in Zukunft Anschläge wie in Lichtenhagen verhindern. Als Antwort auf rassistische und neonazistische Mordanschläge wurde eine historische Konsequenz aus der Zeit der nationalsozialistischen Verfolgungspolitik – das Grundrecht auf Asyl –juristisch verstümmelt … anstatt Rassismus und Neonazismus konsequent zu bekämpfen.
Auch heute sind sie wieder da – die Leute mit den Benzinkanistern. Und Sarrazin ist nur einer von ihnen. Manche waren schon damals mit dabei.
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