Archiv der Kategorie 'Ahlen'

Freckenhorst / Telgte / Ahlen: Stolpersteinverlegungen (ergänzt)

Im März stehen sowohl in Warendorf und in Telgte als auch in Ahlen die Verlegung bzw. Enthüllung von neuen „Stolpersteinen“ an. „Stolpersteine“ sind kleine Gedenksteine, die an Opfer des Nationalsozialismus erinnern. Sie werden vor dem letzten selbstgewählten Wohnort der betroffenen Menschen zu ihrem Andenken in den Bürgersteig eingelassen.

Für Donnerstag, den 1. März 2012 ist in Warendorf-Freckenhorst die Verlegung von 4 neuen „Stolpersteinen“ geplant.

Der Arbeitskreis „Stolpersteine in Freckenhorst“ hat hierzu umfangreich recherchiert und Zeitzeug_inneninterviews geführt. Die Ergebnisse dieser Arbeit fließen in ein Gedenkblatt ein, das vom Arbeitskreis für die kommende „Stolperstein“verlegung vorbereitet wird.


„Stolperstein“verlegung für Hedwig und Ida Rosenberg

14.00 Uhr --I-- Stiftsmarkt 13

Deportation von Münster nach Riga am 13. Dezember 1941, verschollen


„Stolperstein“verlegung für Alma und Siegfried Leffmann

14.30 Uhr --I-- Kreuzung Warendorfer Straße / Dechaneistraße

Deportation von Münster nach Riga am 13. Dezember 1941, verschollen

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Am Freitag, den 9. März 2012 laden das St. Rochus-Hospital Telgte und der Telgter Verein „Erinnerung und Mahnung“ zur Enthüllung eines Stolpersteins für Frau Julie Löwenstein.

Julie Löwenstein war während des Nationalsozialismus für einige Jahre Patientin im St. Rochus-Hospital und wurde schließlich im Zuge der „Aktion T4“ (sog. „Euthanasie“) in der Tötungsanstalt Brandenburg umgebracht. Als offizieller Tötungstag wurde der 9. Februar 1941 angegeben. „Mit diesem Gedenkstein soll Julie Löwenstein ein würdiges Andenken als Erinnerung und Mahnung bewahrt werden“ schreibt „Erinnerung und Mahnung“ auf seiner Homepage.

Die Veranstaltung beginnt um 16.00 Uhr im Haus „Maria Hilf“ (neues Eingangsgebäude des Schwesternheimes im Bereich der Krankenhauskirche).

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Am Mittwoch, den 14. März sollen zudem in Ahlen zwei weitere „Stolpersteine“ verlegt werden.

„Stolperstein“verlegung für Adele Simon


10.00 Uhr --I-- Südstraße 1


ermordet am 30. September 1942 in Auschwitz


„Stolperstein“verlegung für Anna Rosenberg

10.30 Uhr --I-- Oststraße 52

ermordet am 9. Januar 1944 in Theresienstadt

Presse:

Die Glocke: „Vier weitere Stolpersteine kommen“ (02.02.12)

Ahlener Zeitung: „In Riga verliert sich die Spur“ (03.02.12)

Ahlener Zeitung: „Erinnerungsarbeit gibt den Opfern die Würde zurück“ (24.02.12)

Westfälische Nachrichten: „Julie Löwenstein ist zurück“ (10.03.12)

Blogarchiv:

Artikel zur Gründung des Arbeitskreises „Stolpersteine in Freckenhorst“

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Münster: Planen Nazis neues Desaster?

Gerade erst hatte sie sich in Bielefeld unsterblich blamiert (wir berichteten) – nun plant die regionale Naziszene einen Aufmarsch in Münster.

Am Samstag, den 3. März will man – „für Führer, Volk und Vaterland“ – durch die Straßen der westfälischen Universitätsstadt ziehen. Auch Neonazis aus dem Kreis Warendorf wollen sich nach eigenen Angaben an diesem braunen Spektakel beteiligen.

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Telgte: Was jede_r gegen Nazis tun kann

Eisenwolle. Wasser.

In schwierigen Fällen Lackstifte. Vielleicht noch eine Sprühflasche. Oder einen Spatel.

Plus ein wenig Zeit und Engagement.

Mehr braucht es in der Regel nicht, um der zunehmenden Nazipropaganda im Kreis effektiv zu Leibe zu rücken. Das hat eine kleine Gruppe von vier engagierten Bürger_innen aktuell in Telgte gezeigt – wie die Ahlener Zeitung berichtete.

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Bielefeld: Ahlener Nazi erneut gewalttätig? (aktualisiert 03.01.12)

Die Ereignisse rund um einen rechten Mini-Aufmarsch am 24. Dezember in Bielefeld und die massiven demokratischen Gegenproteste (wir berichteten) haben ein Nachspiel.

Das antifaschistische Bündnis „Bielefeld stellt sich quer“ kritisiert in einer Presseerklärung das Vorgehen der Polizei rund um das Demonstrationsgeschehen vor einigen Tagen.

Unter anderem wirft das Bündnis drei der beteiligten Neonazis – darunter dem Anmelder und Versammlungsleiter des NS-Aufzugs – vor, mit Gewalt gegen einen Beobachter des Naziaufmarsches vorgegangen zu sein. Zu den Angreifern zähle auch Daniel Bake aus Ahlen, der erkennbar als Ordner fungiert habe. Der Angriff sei durch Videoaufnahmen des WDR sowie durch eine Fotoserie dokumentiert.

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Regionale Nazis: Verhagelter Jahresabschluss (aktualisiert)

Das hatten sie sich sicherlich so nicht erträumt, die bekennenden Nazis im Münsterland und in Ostwestfalen.

In Bielefeld blamierte sich am 24. Dezember ein Häufchen von 68 Neonazis mit einem Ein-Kilometer-Märschchen gegen das dort angesiedelte alternative Jugendzentrum AJZ. Beteiligt waren auch Neonazis aus dem Kreis Warendorf. Ihnen entgegen standen mindestens 6.500 Gegendemonstrant_innen, die die menschenverachtenden Parolen der Nazis nicht unwidersprochen lassen wollten.

Darüber hinaus hagelte es in Telgte noch eine Strafanzeige gegen neonazistische Plakatierer_innen …

No nazis!

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Antifaschistisches Netzwerk präsentiert Doppel-CD gegen Nazis und Rassismus


Buuh! Nazis erschrecken!!!

Nazis erschrecken. Nazis verbreiten Gewalt, Mord und Totschlag. Ihre menschenverachtende Ideologie fußt von A bis Z auf Diskriminierung und Ausgrenzung – bis hin zum Wunsch nach Vernichtung aller, die nicht in ihr Weltbild passen. Menschenrechte, Individualismus, Liberalismus, Sozialismus und Demokratie sind daher Nazis größte Feinde.

Insane in the brain!

Auch im Kreis Warendorf kommt es zu rechten Gewalttaten und Propagandaaktionen. Das wir so was nicht kommentarlos zulassen ist doch Ehrensache.

Krachender SkaMetalPunk gegen Rechts – Jetzt gibt’s was auf die Ohren!

Und dieses mal hatten wir ganz viel Hilfe: Sage und schreibe 39 Bands haben für diesen Doppelsampler Songs gegen Nazis und für eine bessere Welt kostenlos zur Verfügung gestellt. Auch unser Mensch fürs Layout hat (wieder mal) ganz ganz Großartiges geleistet. Dafür allen Beteiligten ein allerherzlichstes und riesiges

Dankeschöööööööööööööööööööööön!!

Weil Menschen wichtig sind und nicht Nationen geht es musikalisch auf der Compilation sehr international zu: Die Tracks stammen aus Estland, Italien, Frankreich, USA, Portugal, Deutschland, Dänemark, Großbritannien, Österreich, Griechenland und Spanien!

Guter Stoff!!

Im CD-Booklet findet sich ein Reader zum Thema: Wir beleuchten die Naziaktivitäten und -strukturen im Kreis und zeigen exemplarisch auf, wo man sich lokal wie überregional kritisch informieren, organisieren und beraten lassen kann.

Den Reader gibt’s übrigens auch online, z. B. hier auf unserer Homepage.

Von Nazis nicht erschrecken lassen!

Ihr wollt das Teil haben?

Dann los und hier bestellen!

ALERTA ALERTA ANTIFASCISTA!!!

Ahlen: Solche Leute verteilen Benzinkanister!

Am Dienstag, den 29. November 2011 fand anläßlich einer Vortragsveranstaltung der lokalen CDU-Mittelstandsvereinigung (MIT) mit Thilo Sarrazin in der Ahlener Stadthalle eine Protestkundgebung vor dem Veranstaltungsort statt.

Im Folgenden dokumentieren wir den Redebeitrag des Antifaschistischen Netzwerks für den Gegenprotest.

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Sarrazin hat rechts! – Solche Leute verteilen Benzinkanister

20 Jahre ist es her – da brannte es überall in Deutschland: In Rostock-Lichtenhagen, in Solingen, Saarlouis, Hoyerswerda, in Mölln, Mannheim und anderen Städten.

Schon damals gab es sie in Politik, Medien und Bevölkerung: Die, die von „Asylantenfluten“, „Asylantenschwemme“, „Scheinasylanten“ sprachen oder „Das Boot ist voll!“ titelten. Die, die Benzinkanister verteilten.

Gemeinsam gelang es ihnen, das Asylrecht bis zur Unkenntlichkeit auszuhöhlen. Eine Begründung dafür war: Man wolle in Zukunft Anschläge wie in Lichtenhagen verhindern. Als Antwort auf rassistische und neonazistische Mordanschläge wurde eine historische Konsequenz aus der Zeit der nationalsozialistischen Verfolgungspolitik – das Grundrecht auf Asyl –juristisch verstümmelt … anstatt Rassismus und Neonazismus konsequent zu bekämpfen.

Auch heute sind sie wieder da – die Leute mit den Benzinkanistern. Und Sarrazin ist nur einer von ihnen. Manche waren schon damals mit dabei.

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Sarrazin und Nazis in Ahlen (ergänzt)

Am Dienstag den 29. November wollte Sarrazin in der Stadthalle in Ahlen sprechen. Eingeladen wurde er von der MIT, der Mittelstandsvereinigung Ahlen, die sich im Vorfeld der Veranstaltung nicht dazu äußern wollte, warum sie ihn denn eingeladen hatte. Ihre Motive wollten sie erst nach der Veranstaltung offen legen.

Selbst der CDU-Bürgermeister aus Ahlen sprach sich im Vorfeld gegen einen Besuch von Sarrazin aus und meinte, dass Ahlen diesen nicht bräuchte. Ansonsten hielten alle Parteien – abgesehen von der Linken – die Füße still und machten…nichts.

Dennoch gelang es einem breiten Bündnis aus Antifa, der LINKEN, migrantischen Organisationen, PariSozial Warendorf, Bürgerzentrum „Schuhfabrik“, Solid und Einzelpersonen viele Menschen zu mobilisieren (die offiziellen Medienzahlen gehen weit auseinander – die Mitte von 350 Leuten dürfte vermutlich einigermaßen stimmen). Für Ahlen ein Riesenerfolg, waren doch bisher bei Nazidemonstrationen meist nicht mehr als 100 Menschen auf die Straße zu bringen. Vor allem die Werbung in den türkischen Communities und den Moscheen dürfte zu der breiten Teilnahme geführt haben.

Geplant war eigentlich eine Kundgebung vor dem Eingang der Stadthalle, durch den auch die Besucher*innen der Veranstaltung gehen mussten. Dies untersagte die Polizei jedoch mit dem fadenscheinigen Argument, dass damit die Rettungswege verstellt seien, weswegen die Kundgebung vor dem gegenüber liegenden Eingang stattfinden musste. Leider auch kurzfristig improvisiert mit Megafon und akkubetriebenen kleinen Lautsprechern, da sich der Bürgermeister ein paar Tage vorher dafür eingesetzt hatte, dass wir keinen Strom von der Stadt bekommen. Nichtsdestotrotz war die Kundgebung sehr kraftvoll und die Reden überwiegend sehr deutlich.

Weitere Schikanen ließen sich die Polizist*innen natürlich nicht nehmen. Als eine handvoll Leute auf der Eingangsseite den Besucher*innen wenigstens Flyer in die Hand drücken wollte, bekamen sie direkt Platzverweise und wurden weggeschickt. Eine Begründung dafür gab es nicht. Den anwesenden Nazis wurde das Flyern auch nicht untersagt.

Als die Nachricht sich verbreitete, dass 15 Nazis auf dem Parkplatz stünden, machte sich die halbe Kundgebung spontan auf den Weg zu diesen. Ein erfreuliches Bild, dass auch in Ahlen die Nazis wegrennen müssen und die Stadt ihnen bei weitem nicht gehört und sie auch mal vor Omas mit ihren Enkeln an der Hand zurückweichen.

Alles in allem war es sicher eine erfolgreiche Aktion für eine relativ kleine Stadt wie Ahlen. Die Veranstaltung konnte zwar nicht verhindert werden, aber viele Menschen haben ihren Unmut zum Ausdruck gebracht und das nicht zu Hause am Fernseher, sondern draußen auf der Straße.

Ergänzt:

DIE LINKE. Kreisverband Warendorf: „Thilo hau ab, wir brauchen dich hier nicht!“ (30.11.11)

DIE LINKE. Kreisverband Warendorf: „Offener Brief an Ahlens Bürgermeister Ruhmöller“ (06.12.11)

Ahlen: Protest gegen Sarrazin

Der streitbare Ex-Bundesbanker Thilo Sarrazin – der Millionen damit verdient haben dürfte, andere Menschen zu beleidigen und herabzuwürdigen – will heute (Dienstag, 29. November) in der Stadthalle Ahlen lesen.

Die CDU-Mittelstandsvereinigung Ahlen (MIT), auf deren Einladung hin Sarrazin nach Ahlen kommen wird, will bislang trotz diverser Nachfragen partout nicht erklären, was man sich bei dieser Einladung eigentlich gedacht hat – warum zum Teufel ausgerechnet der geistige Brandstifter Sarrazin?????

Erst nach der heutigen Veranstaltung will man über die ursprüngliche Motivation für die Rednerauswahl Auskunft geben.

Ein souveräner Umgang sieht in der Tat anders aus …

Die Stadthalle Ahlen wirbt übrigens auf der Programmvorschau auf ihrer Internetseite nicht mit dem illustren Gast. Scheint so, als wäre man hier auch nicht so ganz glücklich über den bevorstehenden Abend.

Die Ratsparteien halten sich größtenteils bedeckt – die LINKE mobilisiert gegen Sarrazin – und sogar der CDU-Bürgermeister findet kritische Worte für Sarrazin und lobt die Arbeit des Integrationsrates.

Bis auf die Ahlener Nazis scheint sich also niemand in Ahlen offen und uneingeschränkt hinter diese Veranstaltung zu stellen, auf der wohl erneut das schon x-fach – und auch schon lange vor Sarrazin – erzählte Märchen von den guten und den bösen Genen und von Deutschlands angeblich drohendem Untergang erzählt werden wird …

… klar, dass solcher und anderer Unsinn nicht unkommentiert bleiben kann und darf!

Das Antifaschistische Netzwerk Kreis Warendorf unterstützt deshalb die Gegenproteste, die sich unter dem Motto „Für Verständigung – gegen Ausgrenzung“ in Ahlen formiert haben.

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Ahlen: Rassistischer Mordversuch (ergänzt)

Am Sonntagabend den 20. November ist in Ahlen ein 46-Jähriger von 4 Männern angegriffen und mit einem Messer gefährlich verletzt worden.

Das Opfer hat neben Prellungen zwei Messerstiche in den Bauchraum davongetragen.

Der Angegriffene liegt nach Zeitungsberichten im Krankenhaus, schwebt aber nicht in Lebensgefahr.

Gegen 22 h wurde der Mann im Berliner Park überfallen. Im Verlauf des Angriffs verletzten die Täter den Ahlener, der Deutscher ist, aber über ein südländisches Aussehen verfügt. Sie beleidigten ihn mit ausländerfeindlichen Äußerungen und beschimpften ihn unter anderem als „Türkensau“, so die lokale Presse.

Es handelt sich demzufolge mindestens um einen Mordversuch aus rassistischen Motiven. Ob die Tat auch einen neonazistischen Hintergrund hat – und somit unser Artikel „Nazis in Ahlen: Dumm, brutal und national“ so schnell traurige Bestätigung durch Ahlener Realitäten erfährt – werden hoffentlich die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft zeigen.

Die lokale Presse:

Ahlener Zeitung: „Versuchter Mord. 46-Jährigem Ahlener zweimal in den Bauch gestochen“ (21.11.11)

Die Glocke: „46-Jähriger überfallen und mit Messer verletzt“ (21.11.11)

Ergänzt:

Radio WAF: „Mutmaßliche Neonazis stechen Mann nieder“ (21.11.11)

Die Glocke: „Keine Hinweise auf rechtsradikalen Hintergrund“ (22.11.11)

Ahlener Zeitung: „Überfallopfer: Verletzungen nicht so dramatisch“ (23.11.11)

Polizeipresse: „Ahlen. Überfall im Park möglicherweise vorgetäuscht“ (02.12.11)

Ahlener Zeitung: „Überraschende Wendung: Überfall im Park vermutlich vorgetäuscht“ (02.12.11)

Die Glocke: „Überfall möglicherweise nur vorgetäuscht“ (02.12.11)

Radio WAF: „Fremdenfeindlicher Überfall nur vorgetäuscht?“ (02.12.11)