Archiv der Kategorie 'Oelde'

Oelde: In Zukunft ohne Rassismus?

Das Oelder Gymnasium ist schon „Schule ohne Rassismus“. Nun will der ganze Ort folgen.

„Präventiv“ will man handeln und „ein Zeichen für Toleranz und gegen Rechtsextremismus und Gewalt“ setzen – so der Sprecher der „jungen Freien Wähler“ (jFWG) bei einer gut besuchten Informationsveranstaltung zu diesem Thema in der „Alten Post“ Oelde – und das überparteilich und mit Unterstützung des Bürgermeisters.

Präventiv, also vorbeugend – denn in Oelde sind derzeit keine neonazistischen Straftaten oder organisierte Naziaktivitäten zu verzeichnen.

Rechte Gewalt …

Das war vor 2-3 Jahren noch anders. Damals gab es ein bis zwei neonazistische Versuchsprojekte mit dem Ziel, sich in Oelde dauerhaft zu organisieren. Damals gab es zeitweilig auch diverse Angriffe von rechtsorientierten Jugendlichen auf Besucher_innen der „Alten Post“.

… und ziviler Widerstand

Nach entschiedenem Gegenprotest mehrerer hundert Oelder Bürger_innen gegen eine angekündigte Neonazi-Kleinkundgebung – die die Nazis kurzfristig wieder abbliesen – war dann Ruhe im Karton. Nichts mehr zu sehen. Nichts mehr zu hören. Bis heute.

Die Neonaziszene im Kreis Warendorf ist jedoch nach wie vor aktiv und bemüht sich nach wie vor, in verschiedenen Orten Fuß zu fassen. Da ist der Gedanke völlig richtig, den menschenverachtenden Parolen vorbeugend entgegenzuarbeiten.

Und Rassismus ist ja zudem sowieso ein Phänomen, das nicht allein auf den rechten Narrensaum beschränkt ist …

Wir drücken deshalb dem neu ins Leben gerufenen Projekt für ein „Oelde ohne Rassismus – Oelde mit Courage“ beide Daumen – wünschen alles Gute und viel Erfolg!!

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Everswinkel / Telgte: Der doppelte Wagenfeld

„Was ich da an Eindrücken gewonnen habe, hat mir die unbedingte Notwendigkeit klar gemacht, dass ich, wenn meine Lebensarbeit nicht geschädigt werden soll, unbedingt der N.S.D.A.P. beitreten muss. […] Dass das keinen Gesinnungswandel bedeutet, wissen Sie. Wer in mir einen Konjunkturjäger sehen sollte, dem schlage ich […] in die Fresse.“1

„Heimat“dichter, Mitbegründer des „Westfälischen Heimatbundes“, Brauchtumsforscher: Karl Wagenfeld ist sicherlich nach wie vor eine der bekanntesten westfälischen Dichterpersönlichkeiten. Der in Lüdinghausen geborene, in Drensteinfurt aufgewachsene und in Münster tätige Wagenfeld stand dabei lange Zeit in hohem Ansehen. Davon zeugen auch die über 70 Straßen, Wege und Plätze überall in Westfalen, die nach ihm benannt wurden. In verschiedenen Städten tragen sogar Schulen seinen Namen – unter anderem in Oelde und Münster.

Doch dieses Ansehen bröckelt, seit die engen Verflechtungen Wagenfelds mit dem NS immer mehr an die breite Öffentlichkeit dringen:

Wagenfeld unterstützte öffentlich das nationalsozialistische Regime und förderte aktiv das Bündnis von Heimatbewegung und Nationalsozialismus. Umgekehrt ehrten und finanzierten die Nazis den glühenden Rassisten Wagenfeld und seine Arbeit.

Umbenennen? Hinweisen? Ignorieren? Diskutieren?

Städte wie Neuenkirchen und Metelen, Hamm oder Ostbevern (wir berichteten) haben ihre Wagenfeld-Straßen schon umbenannt. In Drensteinfurt oder Horstmar beispielsweise weist inzwischen ein zusätzliches Schild auf die Schattenseiten des Dichters hin. Sowohl in Wagenfelds Geburtsstadt Lüdinghausen als auch in Wettringen will man diesem Beispiel folgen. In Sendenhorst wird noch diskutiert (wir berichteten) – ebenso in Münster.

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Antifaschistisches Netzwerk präsentiert Doppel-CD gegen Nazis und Rassismus


Buuh! Nazis erschrecken!!!

Nazis erschrecken. Nazis verbreiten Gewalt, Mord und Totschlag. Ihre menschenverachtende Ideologie fußt von A bis Z auf Diskriminierung und Ausgrenzung – bis hin zum Wunsch nach Vernichtung aller, die nicht in ihr Weltbild passen. Menschenrechte, Individualismus, Liberalismus, Sozialismus und Demokratie sind daher Nazis größte Feinde.

Insane in the brain!

Auch im Kreis Warendorf kommt es zu rechten Gewalttaten und Propagandaaktionen. Das wir so was nicht kommentarlos zulassen ist doch Ehrensache.

Krachender SkaMetalPunk gegen Rechts – Jetzt gibt’s was auf die Ohren!

Und dieses mal hatten wir ganz viel Hilfe: Sage und schreibe 39 Bands haben für diesen Doppelsampler Songs gegen Nazis und für eine bessere Welt kostenlos zur Verfügung gestellt. Auch unser Mensch fürs Layout hat (wieder mal) ganz ganz Großartiges geleistet. Dafür allen Beteiligten ein allerherzlichstes und riesiges

Dankeschöööööööööööööööööööööön!!

Weil Menschen wichtig sind und nicht Nationen geht es musikalisch auf der Compilation sehr international zu: Die Tracks stammen aus Estland, Italien, Frankreich, USA, Portugal, Deutschland, Dänemark, Großbritannien, Österreich, Griechenland und Spanien!

Guter Stoff!!

Im CD-Booklet findet sich ein Reader zum Thema: Wir beleuchten die Naziaktivitäten und -strukturen im Kreis und zeigen exemplarisch auf, wo man sich lokal wie überregional kritisch informieren, organisieren und beraten lassen kann.

Den Reader gibt’s übrigens auch online, z. B. hier auf unserer Homepage.

Von Nazis nicht erschrecken lassen!

Ihr wollt das Teil haben?

Dann los und hier bestellen!

ALERTA ALERTA ANTIFASCISTA!!!

Ostbevern: Karl-Wagenfeld-Weg wird umbenannt

Während Sendenhorst derzeit noch um seine „Karl-Wagenfeld-“ und seine „Carl-Diem-Straße“ diskutiert (wir berichteten), macht man in Ostbevern derweil Nägel mit Köpfen: Der nach dem überzeugten Rassisten und „Heimat“dichter benannte „Karl-Wagenfeld-Weg“ soll zukünftig „Bernhard-Thüssing-Weg“ heißen – so ein Artikel der Ahlener Zeitung.

Wir meinen: Das ist gut so!

Wer war Karl Wagenfeld?

Der 1869 in Lüdinghausen geborene und 1939 in Münster verstorbene Wagenfeld wuchs in Drensteinfurt auf. Der gelernte Volksschullehrer war Mitbegründer des „Westfälischen Heimatbundes“ im Jahr 1915, später auch Geschäftsführer sowie Vorsitzender des Vereins. Heute ist der „Westfälische Heimatbund“ mit Sitz in Münster der Dachverband der ca. 530 lokalen Heimatvereine und der ca. 650 ehrenamtlichen Ortsheimatpfleger in Westfalen und hat – laut seiner Homepage – ca. 130.000 Mitglieder.

Wagenfeld war darüber hinaus als Dichter zahlreicher Werke in plattdeutscher Sprache tätig und gilt als westfälischer „Heimat-“ und Brauchtumsforscher.

Karl Wagenfeld war überzeugt von einer angeblichen Existenz von „höher-“ und „minderwertigen Rassen“ und begrüßte die Machtübernahme der Nationalsozialist_innen als Erfüllung der Ziele der westfälischen Heimatbewegung.

Das „Lexikon Westfälischer Autorinnen und Autoren“ zitiert abschließend Rainer Schepper zum Menschen- und Weltbild von Karl Wagenfeld:

„Neger, Kaffern und Hottentotten sind Halbtiere, Fremdrassige sind Volksverderber und Schädlinge, Menschen in ‚Krüppel- und Idiotenanstalten‘, in Fürsorgeheimen und Strafanstalten sind körperlich und geistige Minderwertige.

Es ist jenes Menschenbild, das der Nationalsozialismus zur Errichtung seiner Ideologie vom Herrenmenschen und Untermenschen, zum Erlaß der Nürnberger Gesetze vom 16. September 1935, zur Euthanasie geistig und psychisch kranker Menschen, zum Kampf gegen alles ‚Artfremde‘, zum Krieg gegen ‚Frankreichs Haß‘ und ‚Polens Gier‘ benötigte und benutzte.“

Karl Wagenfeld zu Ehren und Gedenken sind zahlreiche Straßen, Wege und Plätze überall in Westfalen nach ihm benannt worden. In diversen Städten tragen sogar Schulen seinen Namen – unter anderem in Oelde und Münster.

Hintergrund und Quellen:

Westfälische Nachrichten: „Umstritten. Kein ehrenwerter Mann – Karl Wagenfeld auf zahlreichen Straßennamen“ (18.02.11)

Westfälischer Anzeiger: „Streit um Straßennahmen: Warnung vor `fragwürdigen Ehrungen´“ (12.07.11)

Ahlener Zeitung: „Thüssing statt Wagenfeld: Weg wird umbenannt“ (09.12.11)

Wikipedia: Karl Wagenfeld

Lexikon Westfälischer Autorinnen und Autoren 1750-1950: Karl Wagenfeld

Stefan Werding: „Zu viel Ehre für Karl Wagenfeld?“ aus: Westfalenspiegel Heft 1/2011 (PDF, 2 Seiten)

Oelde: Stolpersteinverlegung (ergänzt)

Am Mittwoch, den 07. Dezember werden in Oelde mehrere „Stolpersteine“ verlegt.

Um 11.30 h geht es in der Lindenstrasse 23 los.

Weitere „Stolpersteine“ sollen im Anschluss in der Ruggestraße 2 und in der Wallstrasse 18 in den Bürgersteig eingelassen werden.

Was sind „Stolpersteine“?

Der Kölner Bildhauer Gunter Demnig erinnert an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort kleine Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir einlässt (Foto). Inzwischen liegen solche „Stolpersteine“ in über 650 Orten Deutschlands (Stand Mitte 2011) und in mehreren Ländern Europas.

„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, sagt Gunter Demnig. Mit den Steinen vor den Häusern wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten.

Auf den Steinen steht geschrieben: HIER WOHNTE… Ein Stein. Ein Name. Ein Mensch.

Demnig will mit diesem Dauerkunstprojekt (2012 geht es in sein 20. Jahr) den NS-Opfern, die in den Konzentrations- und Vernichtungslagern zu Nummern degradiert wurden, ihre Namen zurückzugeben.

Das Bücken, um die Texte auf den Stolpersteinen zu lesen, soll auch eine symbolische Verbeugung vor den Opfern sein.

Zudem soll die Markierung der letzten selbstgewählten Wohnorte – die häufig mitten in dichtbesiedelten Gebieten liegen – die von manchen Zeitzeuginnen und Zeitzeugen vorgebrachte Schutzbehauptung, dass man von den Deportationen nichts mitbekommen habe, in Frage stellen.

Mehr zu den „Stolpersteine“ auf der offiziellen Homepage des Projekts und bei Wikipedia.

Blogarchiv: Netzwerk-Bericht zur „Stolperstein“verlegung in Beelen am 06. März 2010

Ergänzt:

Die Glocke: „53 Stolpersteine zur Erinnerung“ (07.12.11)

Die Glocke: „Rosen erinnern an ehemalige Mitbürger“ (11.12.11)

Reichspogromnacht: Gedenkveranstaltungen im Kreis Warendorf

Am Mittwoch, den 9. November 2011 jährt sich zum 73. Mal die Reichspogromnacht.

Auch im Kreis Warendorf wird es rund um diesen Anlaß einige Gedenkveranstaltungen geben:

Telgte – „Lange Filmnacht“: 2 Dokumentarfilme in der Aula des Schulzentrums (Freitag, 4. November)

Ahlen – Gedenkkundgebung am Jüdischen Mahnmal / Klosterstr.
(Mittwoch, 9. November)

Oelde – Gedenkstunde am Gedenkstein / Rathaus-Innenhof
(Mittwoch, 9. November)

Oelde – „Sie waren unsere Nachbarn …“
Veranstaltungsreihe und Ausstellung zu unterschiedlichen Facetten jüdischen Lebens

(26. Oktober – 22. November)

Was war die Reichspogromnacht?

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 brannten Synagogen im gesamten Deutschen Reich. SA und SS zertrümmerten die Schaufenster jüdischer Geschäfte und zerstörten das Inventar, demolierten die Wohnungen jüdischer Bürgerinnen und Bürger und misshandelten ihre Bewohner.

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Oelde: Nazis weggebeamt!

Nazis_weggebeamt
650 Menschen kamen am Samstag, den 10.04.10 zu den Demonstrationen gegen die Nazis.
Diese hatten ihre Kundgebung – die ursprünglich sogar ein Marsch durch Oelde werden sollte – kurzfristig wieder abgesagt.

Die Zeiten, in denen Aktivitäten von Neonazis im Kreis Warendorf kaum öffentlichen Widerspruch hervorriefen, sind damit wohl endgültig vorbei.

Danke Oelde!
Danke Aliens ;-)

Kein Raum für Neonazis – weder in Oelde, noch im Kreis Warendorf, noch sonstwo!

Oelde: Nazi-Kundgebung wegbeamen!

Für Samstag, den 10. April haben Neonazis aus Oelde – einem kleinen Städtchen im Kreis Warendorf mit ca. 30.000 Einwohnerinnen und Einwohnern – zu einer stationären Kundgebung in Oelde aufgerufen. Unter dem Motto „Gegen linke Aufruhe!“ (Fehler im Original!) wollen sie am Bahnhof in Oelde ihre rassistische Hetze verbreiten.

Das gilt es zu verhindern!

Es hat sich ein Bündnis in Oelde gebildet, welches Gegenaktivitäten plant. So sind inzwischen z. B. 8 (!) Gegendemonstrationen angemeldet – mehr Informationen auf der Seite von „Oelde steht auf – für Toleranz und gegen Rechtsextremismus“. Die Neonazis hatten aufgrund dieser deutlichen – und wahrscheinlich unerwarteten – Gegenmobilisierung ihren ursprünglich geplanten Aufmarsch in Oelde bereits abgesagt bzw. zu der oben genannten Kundgebung herabgestuft.

Die meisten dieser Gegendemonstrationen sollen gegen 12.00 Uhr auf dem Oelder Marktplatz enden und so außerhalb der Sichtweite der Neonazis bleiben. Sichtbarer Protest gegen die nationalsozialistische Hetze beginnt um 10.30 Uhr unweit des Bahnhofes am Jugendzentrum „Alte Post“.

Seit die Neonazis in Oelde aktiv geworden sind, gab es bereits mehrere gewaltsame Übergriffe auf Linke, Alternative und auf das Jugendzentrum „Alte Post“.
Ihre für den 10.04. angemeldete Kundgebung am Oelder Bahnhof ist ein weiterer Schritt bei dem schleichenden Versuch, sich in Oelde zunehmend als alltägliche „Normalität“ zu etablieren und sich enger mit der regionalen Neonaziszene zu vernetzen.

Kein Raum für nationalsozialistische Hetze!
Keine Ruhe für Nazis in Oelde und anderswo!